Migration als „Herzoperation“?

Bericht unseres Direktkandidaten Dr. Stefan Scheil aus dem vorderpfälzischen Waldsee:

Die Verbandsgemeinde Rheinauen, die im laufenden Wahlkampf die Neutralitätspflicht ziemlich aufgegeben hat, hat „amtlich“ und „mit Zustimmung aller Fraktionen des Gemeinderats“ in der Hochphase des Wahlkampfs einen Vortrag über die „Essenz der Demokratie“ anberaumt.

Das habe ich mir natürlich persönlich angesehen. Der explizit als „Richter“ vorgestellte Referent lässt gleich eingangs wissen, der formale Bestand an Regeln, Wahlen, Parlamentarismus und Macht auf Zeit sei vergleichsweise unwichtig. „Wenn wir nur das haben, hat die Demokratie ihre Seele verloren.“

Stattdessen bedeute Demokratie, (so wiederholt) „für die Interessen anderer einzutreten“, sich „solidarisch“ zu zeigen, ggf. „Widerstand“ zu leisten und natürlich, Flüchtlinge zu akzeptieren.

Das mit den Zuwanderern sei wie bei einer „Herztransplantation“ (sic!). Wir bräuchten als Gesellschaft ein neues Herz (=Zuwanderer) und damit das angenommen wird, müsse das Immunsystem (= das Unbehagen daran) sozusagen „medikamentös heruntergefahren werden“. Tolle Metapher, genau so gesagt.

Garniert wurde das alles mit einer satten Dosis NS-Gräuel-Geschichten („Nie wieder!“), der Behauptung, das Grundgesetz sei ein „Gegenentwurf“ zur NS-Zeit (unter Berufung ausgerechnet auf Carlo Schmid, der das Grundgesetz bekanntlich eine „Modalität der Fremdherrschaft“ genannt hat) und einer Menge italienischer Musik.

Das Publikum war durchgehend ergriffen.

Zeit für eine Wende!